Der Aufbau des Ordens

Was den Orden der Predigerbrüder von seiner Gründung her auszeichnet, ist seine demokratische Verfassung. Die einzelnen Brüder haben Mitsprache- und Mitgestaltungsrechte auf allen Ebenen. Dies kommt vor allem dadurch zum Ausdruck, dass die Oberen und die Räte auf allen Ebenen gewählt werden.

Der kleinste Baustein ist der Konvent, das Ordenshaus. Hier leben die Brüder in Gemeinschaft und pflegen das geistliche Leben. Vom Konvent aus erfüllen sie ihre Seelsorgsaufgaben. Der Obere wird Prior genannt. Ein Rat und das Kapitel, die Versammlung aller Mitbrüder mit ewigen Gelübden, entscheiden unter Leitung des Priors über die Verwirklichung dominikanischen Lebens auf Konventsebene.

Mehrere Konvente bilden eine Provinz mit einem Provinzial an der Spitze. Ihm, einem Provinzrat und dem Provinzkapitel kommen Entscheidungen in Fragen zu, die über den Wirkungsbereich eines einzelnen Hauses hinausgehen. Provinzrat und Provinzkapitel setzen sich aus den Oberen und gewählten Vertretern der Konvente zusammen.

Oberer des Gesamtordens ist der Generalmeister, der für neun Jahre gewählt wird; ein Generalrat unterstützt ihn in der Leitung. Das Generalkapitel ist das höchste Gremium und das gesetzgebende Organ für den Gesamtorden; es tritt alle drei Jahre zusammen, wobei sich ein Kapitel aller Provinziale und ein Kapitel besonderer Vertreter der Provinzen (Diffinitoren) abwechseln.

Vollversammlung des Generalkapitels von Providence (Rhode Island, USA), 2001  Provinzialstreffen in Neapel April 2003
      Ordensmeister P. Carlos Azpiroz Costa OP