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Dominikus hatte sich seinen Wahlspruch „Mit Gott oder von Gott sprechen“ nicht selbst ausgedacht. Wahrscheinlich übernahm er ihn vom Gründer des Eremitenordens der Grammon tenser, Stephan von Muret (auch: von Thiers, 1050–1124). Doch bei Dominikus entwickelte der Satz Stephans: „Der gute Mensch muß immer mit Gott oder von Gott sprechen“ eine neue Dynamik. Das Sprechen von Gott war bei Dominikus mehr als das in der Einsamkeit geführte Gespräch eines Eremiten mit einem Mitbruder oder einem zufälligen Gast. Dominikus suchte die Menschen selbst auf, um ihnen das Evangelium zu verkünden. Auch seine Brüder sandte er gezielt dazu aus. „Von Gott sprechen“ wurde zum Predigen.

Bruder Stephan sagte:

„Im Predigen war er ausdauernd und gewissenhaft und seine Worte waren so bewegend, daß er sich selbst und die Zuhörer sehr oft zum Weinen brachte. Niemals hörte ich einen Menschen, dessen Worte die Brüder so zur Reue und zum Weinen bewegten. Es war seine Gewohnheit, daß er stets von Gott und mit Gott sprach, zu Hause, außer Haus und auf dem Weg. Dazu ermahnte er auch die Brüder, und das ließ er auch in die Konstitutionen aufnehmen.“ (Akten Bologna, 37)

Bruder Rudolf sagte:

„Er war sehr gewissenhaft, hingebungsvoll und ausdauernd beim Predigen und Beichthören. Und oft weinte er beim Predigen und brachte auch die Zuhörer zum Weinen.“ (ebd. 33)

Bruder Ventura sagte:

„Unterwegs wollte Dominikus fast allen, die mit ihm zusammen auf dem Weg waren, das Wort Gottes predigen. Wenn er es nicht selbst tat, sollten es andere tun. Und er wollte sich immer über Gott unterhalten, von ihm sprechen und lesen, wenn er unterwegs war, oder er wollte beten.“ (ebd. 3)

Die Aussage Venturas deutet bereits an, daß Dominikus auch seine Mitbrüder in die Dynamik des „mit Gott und von Gott Sprechens“ hineinnehmen wollte. Weitere Zeugen bestätigen dies. Abt Wilhelm sagte aus:

„Der selige Dominikus dürstete brennend nach dem Heil der Seelen und war von großem Eifer für sie erfüllt. Er war so sehr von der Predigttätigkeit entflammt, daß er Tag und Nacht, in den Kirchen und Häusern, auf den Feldern, auf dem Weg und überall das Wort Gottes predigen wollte und die Brüder dazu anhielt. Sie sollten von nichts anderem als von Gott sprechen.“ (Akten Toulouse, 18)