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Anfänge des Ordens: Verkündigung durch Wort und Beispiel

Im ausgehenden 12. Jahrhundert nahmen nicht wenige Menschen die Kirche als abgehoben und dekadent wahr. Es gelang ihr nicht mehr, die Botschaft von der befreienden Kraft und der Liebe Gottes glaubwürdig zu vermitteln. Immer häufiger suchten viele Gläubige daraufhin ihr Heil in sektiererischen Bewegungen und, wie man heute sagen würde, Esoterik.

Auch auf die sich veränderte Situation, die durch die Bevölkerungsverlagerung vom Land in die Stadt („Urbanisierung“) verursacht wurde, war die Kirche nicht eingestellt. Es fehlten beispielsweise organisatorische Strukturen auf diese neuen Verhältnisse einzugehen.

Eine Antwort auf die drängenden Probleme dieser Zeit waren die Gründungen der sogenannten Bettelorden, die vom Hl. Franziskus und dem Hl. Dominikus ausgingen.

„Der heilige Dominikus war ein geisterfüllter Mensch, den Gott dazu berief, der drängende Not der Kirche mit einer festen Gruppe gut ausgebildete Prediger entgegenzuwirken. Vom Heiligen Geist geleitet gründete er den ersten apostolischen Orden, der das beschauliche Leben mit der missionarischen Sendung der Zwölf Apostel und der Urkirche verbannt. (...)

Dominikus übernahm die überlieferten Formen der Kirche: Apostolat, Gemeinschaftsleben von Priester, Regeln des monastischen Lebens, Chorgebet, Verkündigung in Armut. All das setzte er zu einem ausgeglichenen Gesamtgefüge zusammen, welches seinem Orden ermöglichte, den Nöten der damaligen Zeit, aber auch denen der kommenden Jahrhunderte, zu entsprechen. Dominikus erfüllte sein Werk als Gründer in vollem Einvernehmen mit dem Heiligen Stuhl und ´wich nicht ab von der Lehre und der Autorität der Kirche`, wie Papst Gregor IX. sagte.“

Zitat entnommen dem Buch Kleine Geschichte des Dominikanerordens von William A. Hinnebusch, das im Bennoverlag in der Reihe Dominikanische Quellen und Zeugnisse erschienen ist.

> Ulrich Horst O.P.: Zur Geschichte des Dominikanerordens (pdf)