Anfänge des Ordens:
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| Das II. Vatikanische Konzil verweist
für die zeitgemäße Erneuerung des Ordenslebens auf den Geist des
Ursprungs der einzelnen Orden und die Absichten ihrer Gründer. Der
Auftrag und die Gestalt, die Dominikus seinem Orden gegeben hat,
entstanden aus einer prägenden persönlichen Erfahrung. Sie muss
im Sinne des Konzils immer neu entdeckt werden. Dominikus lebte in einer Zeit des Umbruchs. Die sozialen Strukturen wandelten sich, sichtbar besonders am Bedeutungsgewinn der Städte. In der sogenannten Armutsbewegung entstand der Versuch einer geistig-geistlichen Bewältigung der veränderten Lebensverhältnisse. Doch ihr Anliegen vermischte sich mit Irrlehren, stieß auf Ablehnung und führte zu einem Auszug aus der Kirche hinein in sektiererische Gruppen. Unmittelbare Begegnungen führten Dominikus zu einer mutigen Antwort. Auf dem Rückweg von einer Reise trafen Dominikus und sein Diözesanbischof, Diego von Osma (Nordspanien), im Juni 1206 in Montpellier drei Zisterzienser, die als päpstliche Gesandte erfolglos versucht hatten, die der Kirche Entfremdeten zurückzuführen. Dominikus erkannte den Grund ihres Scheiterns: Während die Prediger der sektiererischen Katharer in großer Demut zu Fuß gingen und vom Betteln lebten, traten die Legaten prunkvoll und autoritär auf. Zugleich fehlte es überall an geeigneten, glaubwürdigen Predigern, die Gläubigen gründlich unterweisen konnten. Um dem abzuhelfen, begannen Diego und Dominikus, in einer neuen Weise zu predigen; wie Jesus und die Apostel zogen sie zu Fuß aus, ohne Geld, bettelnd, die Frohbotschaft durch Wort und Beispiel verkündend. Die Legaten schlossen sich ihnen an. Diego starb 1207, die Zisterzienser kehrten in ihre Abteien zurück. Dominikus blieb allein zurück und setzte unbeirrt seine Predigttätigkeit im Gebiet zwischen dem Mittelmeer und Toulouse fort. 1207 war in Prouille ein Kloster für Frauen entstanden, die aus den Sekten zur Kirche zurückgekehrt waren. Das nahe gelegene Fanjeaux wurde für Dominikus zu einem Stützpunkt. Doch was konnte Dominikus allein ausrichten, zumal nach der Ermordung eines päpstlichen Legaten gewaltsam gegen die Sekten vorgegangen wurde? Er blieb bei der demütigen Predigt als einzigem Mittel der Überzeugung und sammelte erste Gefährten um sich. Im April 1215 gründete er in Toulouse eine Ordensgemeinschaft. "Wir setzen in unserer Diözese Bruder Dominikus und seine Gefährten als Prediger ein, die in evangelischer Armut gemäß ihrer Ordensregel zu Fuß gehen und das Wort evangelischer Wahrheit verkünden", so heißt es in der Bestätigungsurkunde des Bischofs Fulko von Toulouse, der damit unerhörte Neuerungen legitimierte. Der junge Orden übernahm die Augustinusregel und fügte ihr Konstitutionen bei, Regeln, die auf die Durchführung des Predigtauftrags zugeschnitten waren. Papst Honorius III. erkannte 1217 auf dieser Grundlage den universalen Charakter des Ordens an und empfahl die "Brüder des Predigerordens" allen Bischöfen. Bereits im August 1217 sandte Dominikus seine wenigen Mitbrüder aus, die meisten nach Paris; sie sollten dort predigen, einen Konvent gründen und an der Universität studieren. Das erste Generalkapitel fand 1220 in Bologna statt. Es erließ Regeln über die Verkündigung und die Ausbildung der Prediger. Das Generalkapitel von 1221 baute die Verfassung des Ordens aus und schuf die Provinzen als mittlere Ebene zwischen Generalmeister und Konvent. Rechte und Pflichten der Oberen und der Brüderversammlungen wurden in einen gelungenen Ausgleich gebracht. Am 6. August 1221 starb Dominikus in Bologna, erschöpft von seinem aufreibenden Dienst für das Heil der Menschen. |
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Kurze Geschichte des Dominikanerordens (bitte klicken) |
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