Gustavo Gutiérrez

 

Der Vater der Theologie der Befreiung, Custavo Gutiérrez, wird am 8. Juni 1928 in Lima (Peru) geboren. 1969 prägte er in einer Rede den Begriff "Theologie der Befreiung". Zwei Jahre später erschien der bekannte gleichnamige theologische Bestseller des Autors. Die Frage, die Gustavo Gutiérrez von Anfang an umtrieb, war die, wie man den Armen glaubhaft verkünden könne, dass Gott sie liebt. Die Armen und Ausgeschlossenen wurden das zentrale Thema seines Handelns als Christ sowie auch seiner Theologie. Die Armut, die nicht nur ein wirtschaftliches oder soziales Phänomen, sondern "multi-dimensional" ist, gilt es nach Gustave Gutiérrez zu überwinden. Christsein bedeute, sich auf die Seite der Armen zu stellen und in Solidarität mit ihnen zu leben. Das, so der Befreiungstheologe, ist nicht nur eine Frage an Christen in den Ländern der Ditten Welt, sondern auch die zentrale Frage für Christen in der Ersten Welt.

Gustavo Gutiérrez gilt heute als einer der "spirituellsten" Vertreter der Theologie der Befreiung. Seine theologischen Gedanken und Schriften sind in offizielle Dokumente der Kirche, beispielsweise in die Dokumente von Medellín und Puebla, eingegangen. Für manche Bischöfe und Bischofskonferenzen war er ein einflussreicher Berater. Doch unter Papst Johannes Paul II zog er sich die Gegnerschaft der Kurie zu, ähnlich wie sein berühmter brasilianischer Weggefährte Leonardo Boff. Mehrere Versuche, Gustavo Gutiérrez zu verurteilen, scheiterten. Maßgeblich dafür, dass dies nicht geschah, war die Intervention des deutschen Konzilstheologen Karl Rahner, der noch kurz vor seinem Tod in einem Brief an Gustavo Gutiérrez versicherte, dass er eine vollkommen rechtgläubige Theologie vertrete.
Gustavo Gutiérrez lebt heute als Priester in einer armen Pfarrei in Lima-Rimac. 2001 trat Gustavo Gutiérrez dem Dominikanerorden bei. Dies erlaubt ihm, trotz des Druckes der Ortskirche unter Erzbischof Kardinal Juan Luis Cipriani vor Ort weiterzuarbeiten. Verschiedene Universitäten verlie-hen ihm die Ehrendoktorwürde. In Spanien wurde er vor Kurzem für den angesehenen „Premio Principe de Asturias de Comunicación y Humanidades 2003" nominiert. Selbst die Weltbank würdigte Gustavo Gutiérrez auf ihre Weise: In ihren Internetseiten findet man unter der Abteilung "Literatur zur Armut" eine Seite zu Gustavo Gutiérrez. Gustavo Gutiérrez ist Gründer des Zentrums Bartolomé de las Casas-Rimac mit Sitz in Lima, Peru. Die Arbeit dieses Zentrums wird u.a. durch die Missionszentrale der Franziskaner unterstützt.

  

 

 

 


Albert Nolan. Ein Theologe aus Südafrika