Der Dienst der Dominikaner

Unser Apostolat, das wir im Auftrag der Kirche erfüllen, richtet sich nach dem Willen des hl. Dominikus an die Gläubigen, die Fernstehenden und die Nichtgläubigen. So wie er die Nöte seiner Zeit ernst genommen hat, knüpfen auch wir an den Fragen, Problemen und Sorgen der Menschen von heute an.

Wir verstehen die Verkündigung, unser Glaubenszeugnis und den apostolischen Einsatz für die Menschen als einen geistlichen Dienst. Wir wollen zum Glauben ermutigen, Zeugnis von Gottes Nähe und Liebe geben, in Krisensituationen einen Weg zeigen und Beiträge zu vertiefter Menschlichkeit des Lebens leisten.

Durch unsere Lebensweise und unsere Tätigkeit wollen wir helfen, ein vertieftes Christsein in der Kirche aufzubauen.


Grundpfeiler dominikanischen Lebens

Da wir an der apostolischen Sendung teilhaben, übernehmen wir auch die Lebensweise der Apostel in der Form, die der hl. Dominikus gewollt hat. Wir führen das gemeinsame Leben Gleichgesinnter, wir bekennen uns zu den evangelischen Räten, wir pflegen die Feier der Eucharistie und des Stundengebetes sowie das persönliche Gebet, wir widmen uns intensivem Studium, wir stehen zu den klösterlichen Lebensformen (aus der Grundkonstitution des Ordens).


Verkündigung für Menschen von heute
in der Sprache von heute

Der besondere Auftrag des Ordens ist die Verkündigung der Frohen Botschaft an alle Menschen. Daher muss der Predigerorden nach immer neuen Möglichkeiten suchen, den Menschen nahezukommen und auf die Herausforderungen der Zeit zu antworten. Die letzten Generalkapitel haben vier Prioritäten hervorgehoben, die den Brüdern zu erkennen helfen, wo ihr Dienst im jeweiligen Umfeld am dringendsten gebraucht wird.
Für uns bedeutet dies:
Christus in einer entchristlichten Welt neu zu den Menschen zu tragen
christliches Leben in einer technisierten und funktionalisierten Welt aufzubauen
Ungerechtigkeit zu durchbrechen
ein menschliches Miteinander der Vereinsamung und Sinnleere entgegenzusetzen

Unsere Dominikanische Sendung führt über den Bereich der Konventskirche und -gebäude hinaus zu den Menschen, die nicht von selbst den Weg zu uns finden. Obwohl unseren Konventen hohe Bedeutung als Zentren zukommt, sollte dies nicht dazu führen, alle Kräfte auf das Zentrum zu konzentrieren. Vielmehr sind Gelegenheiten zu suchen, das Wort Gottes dorthin zu tragen, wo es vorhandenen Hunger stillen kann. Sei es im Rahmen vorhandener Institutionen und Gruppen, oder gegenüber einzelnen, die suchen, fragen oder resigniert haben: Dominikanische Sendung drängt uns auf den Weg zu den Menschen. Diesen Weg zu gehen, schließt nach dem Vorbild unseres Ordensvaters Dominikus ein, nach denen zu suchen, die sich abgewendet, zerstreut und in andere Weltanschauungen, in ein Karrieredenken oder in vordergründige Ablenkungen geflüchtet haben.
(Provinzkapitel 1998)

Wir verstehen unsere Konvente in seelsorglicher Hinsicht als Orte, an denen sich kirchlich engagierte und kirchlich fernstehende Menschen sammeln können. Wir dienen ihnen durch Verkündigung des Wortes, Spendung der Sakramente, Liturgie, Vorträge, Einkehrtage, Bibelkreise, Angebote zur Meditation und nicht zuletzt, indem wir Räume der Stille zur Verfügung stellen. Wir arbeiten weit über unsere Konvente hinaus in vielen verschiedenen kirchlich geprägten pastoralen Räumen, z.B. in der kategorialen Seelsorge, in der Gruppen- und Gesprächsseelsorge, in der kirchlichen Presse- und Rundfunkarbeit, als Exerzitienleiter, als Gemeindepfarrer usw. Damit erreichen wir eine beträchtliche Anzahl von kirchlich gebundenen Menschen, die dankbar unsere Dienste annehmen. Das ist ein unverzichtbarer Teil unseres Auftrags als Dominikaner und soll deshalb aufrecht erhalten werden.
(Provinzkapitel 2002)

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